HAXLLog Letzte Aktualisierung: 25.04.2012 19:50
Montag, 22. 8. 2011
Tag 99: HAXL zurück im Heimathafen Stippelwerft Prien am Chiemsee. Ende einer Dienstreise.
Sonntag, 21.8.2011
Fahrt mit Tassilo nach Prien, Ankunft Mitternacht
Samstag 20. 8. 2011
Fahrt von Calais nach Gelsdorf / Eifel. Dort ist Tassilo zu Besuch bei einem Freund.
Friday 2011 Aug 19
Schlechtes Netz auf der Kanalfähre, alles wieder gelöscht. Daher nur Stichworte:
Motor wieder hinüber, obwohl seit Padstow kaum benutzt, Wind fast immer gut. Aber Weiterfahren nicht möglich. Habe Auto und Hänger aus Calais geholt und heute HAXL aus dem Wasser gekrant. Jetzt sitzen bzw. stehen wir beide in der Fähre, kurz vor Mitternacht, HAXL darf jetzt auch mal Schifferl fahren. Am Sonntag werde ich Tassilo irgendwo in der Eifel treffen, wo er gerade einen Freund besucht und wir werden dann zusammen heim fahren. Wie es aussieht, werden wir am Montag im Chiemgau sein. Dann sind es gerade 99 Tage. Dass es nicht mehr ganz gereicht hat, was solls? Es war eine wunderbaren Zeit, bis zuletzt. Ich danke Euch allen, die ihr mich dabei begleitet habt, ihr wart sehr wichtig für mich. Ich danke der HAXL, dass sie - denken wir mal nicht an den Motor - sonst so gut durchgehalten hat. Und ich danke dir, lieber Tassilo, für die vielen lustigen, ernsten, wichtigen SMS und die Pflege des Haxllogs.
Hab heute gezählt, es waren 35 Häfen, Marinas und Ankerplätze und über 1300 Seemeilen. Viele Eindrücke und Gespräche mit Menschen, die den gleichen Vogel haben, die gleichen Probleme und die gleichen blauen Flecken. Heute hat mich ein Segler vom Solent getröstet, ich habe Probleme mit dem Motor, er mit seiner Frau. Die hat gestern die Pumpe des WCs so ungestüm gehandhabt, dass das ganze Schiff voll ... war und er einen Tag lang putzen musste. So geht's allen gleich, dsas verbindet. Ein letztes Servus liebe Freunde, Kinder, Frauen, Freundinnen, alle halt. Die Fähre ist angekommen, muss runter zur HAXL.
Tuesday, 2011 Aug 16
Danke, lieber Tassilo, dass du das Logbuch so gut weiter gepflegt hast. Die letzten 6 Tage hatte ich kein Web.
In der windausgesetzten Bucht von St. Ives schreckliche Nacht am Anker.
In Newlyn zwar angenehm am Steg, aber ohne Strom.
Falmouth Strom, aber keine Zeit.
River Yealm an Boje ohne alles, nicht einmal Handy-Netz.
Dartmouth nur über ein paar Stunden, früh um vier schon wieder weiter, und schließlich Poole an um 23 Uhr und wild irgendwo geankert.
Die Lyme-Bay, Dartmouth - Poole, war der härteste Tag, die lange Strecke (79 Seemeilen) um das gefährliche Kap Portland Bill herum. Der Wind seit St. Ives aus westlichen Richtungen, günstig. Aber Dartmouth-Poole genau achterlich; das ist wieder nicht gut, weil dann die Fock vom Großsegel abgedeckt wird (Segler, sorry, ihr wisst das natürlich) und man vor dem Wind kreuzen muss. Die See wurde unangenehm hoch, Segelmanöver recht schwer (Groß reffen, Sturmfock setzen, alles war wieder drin). Neunzehn Stunden Sailing, das zehrt schon an den Kräften. Und die drei schönen Dinge, Essen, Trinken? Lunchtime an apple. Teatime another apple. Diner? Some more apples. Nachts am Anker schließlich eine Packerlsuppe, da merkte ich am Löffel, dass ich inzwischen Parkinson bekommen hatte.
Gibt auch was Positives von der Lyme Bay. Erstens war es ein Sonntag und der war auch wirklich sonnig. Zweitens startete an dem Tag im Solent (Isle of Wight) das Fastnet-Race mit 500 Hochseeseglern. Die kamen mir alle auf meiner Strecke entgegen, ein prächtiges Bild. Aber die armen Schweine mussten in der aufgewühlten See voll gegenan bolzen und das über Tage. Und zurück haben sie wieder Gegenwind, denn für die nächsten Tage ist ENE-Wind (Ost-Nordost) angesagt. Das trifft aber auch mich. Da muss ich mir was einfallen lassen.
Servus bis ich wieder mal Netz und Zeit habe.
Sunday, 2011 August 14
Papa ist heute aufgebrochen, um um Portland Bill zu segeln. Da dies eine weite Strecke ist, wird er ca. 2 Tage unterwegs sein.
Saturday, 2011 August 13
Heute hat Papa um 18.00 Uhr in Dartmouth angelegt.
Friday, 2011 August 12
Papa ist nach River Yealm aufgebrochen und ist dort am Aben angekommen.
Thursday, 2011 August 11
Heute ist Papa um Lizard Point gesegelt und hat in Falmouth angelegt.
Wednesday, 2011 August 10
Papa ist heute Nacht aufgebrochen, um um Land's End zu fahren. Jetzt hat er es geschaft und ist um 14.00 Uhr (BST) in Newlyn angekommen
Tuesday, 2011 August 9
Heute hat Papa endlich mal gutes Wetter erwischt und ist nach St. Ives ausgelaufen und dort angekommen.
Monday, 2011 August 8
Sunday, 2011 August 7
Saturday, 2011 August 6
"Morgen früh", also heute früh, bin ich längst unterwegs mit dem Bus nach Fowey, während sich im Boot der Iren ("Flip Flop") noch nix rührt. Der Assistent von Nick hatte mich gestern, als ich im Pool lag, angerufen, er könne den Rechnungsbetrag nicht von meiner Mastercard einziehen. Also wieder nach Fowey mit der Mastercard selber. Ging auch nicht, da hatte ich aber schon die Rechnung gesehen und es wurde mir klar, warum der Betrag nicht abgebucht werden konnte. Die gute Nachricht: Die Hafengebühr, bei der ich gefürchtet hatte, ich müsse denen das Boot gleich da lassen samt dem neu gerichteten Motor, die Hafengebühr war gerade 10 % von der Reparatur. Und die noch bessere Nachricht: Gut, dass ich nicht schon am letzten Samstag (vor genau einer Woche, nachlesen) mit dem Saufen begonnen hatte, um mir das für noch schlechtere Zeiten aufzuheben.
Die Iren waren übrigens nicht abgefahren. Und mit dem Abendhochwasser ist auch der Waliser, der mit dem breiten "a", wieder eingetroffen. Er war einen Tag vor mir mit dem Ziel Wales losgefahren, blieb aber dann an der cornischen Nordküste in der Bucht von Newquay, gerade 8 sm südlich vom Trevose Head, bei dem ich umgekehrt war. Er bestätigte meinen Bericht vom schwachen Wind und hohen Seegang gestern und sagte, dass heute auch noch der Wind zugelegt hätte, was man inzwischen schon im geschützt liegenden Padstow spürt. Es herbstelt richtig.
Friday, 2011 August 5
Liegegebühr für 24 Tage 244 Pfund, das ist brav. Im Mittelmeer hätte ich das Vierfache bezahlt. Bei HW um 10:00 Leinen los, Ziel St. Ives, dort einige Stunden ankern, bis die Tide für Landsend passt. Ich will ein kurzes Wetterfenster nutzen, hier endlich loszukommen, denn ab Sonntag ist Schlechtwetter angekündigt. Aber schon jetzt ist hoher Seegang, Wellen bis 2 m (wie vom deutschen Seewetterdienst für den Bereich Fastnet angesagt). Ich fahre 6 sm bis Trevose Head bei fast Gegenwind (WNW) mit dem reparierten Motor. Nach dem Kap könnte ich hoch am Wind SW-Kurs anliegen, aber mit nur 3 bf gegen den Seegang, das würde kein Spass. Und je weiter Landsend zu, umso schwieriger würde es. Ich beschließe umzukehren, schweren Herzens aber ohne Zweifel an der Richtigkeit meiner Entscheidung. Mit Gegenstrom aber Wind und Seegang achterlich setze ich Groß und Fock und kann auch den Camel-River hinauf gegen den Strom segeln (bis zur grünen SHM, Starboardhandmark). 4 1/2 Stunden ankern in "The Pool" vor Padstow, dann in den Outerharbour, wobei ich wieder mal kurz auflaufe (man muss näher am W-Ufer als zur Sandbank hin fahren, halt schauen, wie's die Rock-Fähre macht). Nach weiteren 2 Stunden an einem Pontoon geht das Gate zum Inner Harbour auf. Ich lege bei meinem gewohnten Päckchen an, bei dem Ingenieur mit Familie aus Südost-Irland, der morgen ablegen will, Sie laden mich noch auf einen Becher Wein ein. Der Ing ist gar nicht erfreut über das, was ich berichte, denn jetzt kriegt auch seine Frau Angst. Er will morgen früh entscheiden.
Thursday, 2011 August 4
Habemus motorem functionalentem, oder wie wir Lateiner sagen. Jetzt bräuchten wir nur noch ein funktionierendes Wetter. Wenn möglich will ich morgen losfahren. Kann mir das gar nicht recht vorstellen nach 24 Tagen ohne Segeln. Das ist ja wie in Prien. Für andere ist das der ganze Jahres-Segelurlaub. Da kann man zweimal um Levkas herumfahren und noch eine Woche nach Barbeidos (sprich barbeidos) tschetten (sprich, na ja, weißt schon). Aber ich bin noch nicht los. Am Wochenende wirds arg blasen, ich hätte nur ein kleines Zeitfenster, in dem ich durch 3 Tide-Gates durch muss. Die Abfahrt ist durch die Öffnungszeit des Gates und den Strom im Fluss und draußen im Bristol-Channelfixiert. Genau 6 Stunden später muss ich in St. Ives sein, dem zweiten Fixpunkt, damit ich dann am Runnellston (südlich von Landsend) den Strom im Ärmelkanal erwische. So stehts im REEDS-Almanch. Nur dass ich nach St. Ives mindestens drei Stunden länger brauche. Ich weiß noch nicht, ob das knappe Fenster vor dem Wochenende um Landsend herum reicht.
Heute Nacht hat es in 10 Stunden über 30 Liter auf den Quadratmeter geregnet, gemessen mit einem Eimer in meiner Plicht. Gestern Abend musste ich schnell heimrennen von meinem neuen Computerplatz neben dem Gate, wo ich auch jetzt sitze, aber auch gleich gehe, denn es zieht hier, was ein Segler gar nicht mag.
Für Flori, lieber: Hab Deine Email gelesen, dass Du von einem Neutrino getroffen worden bist. Aufpassen das nächste Mal! Ich konnte aber nicht antworten. Wahrscheinlich hat mein Laptop auch ein Neutrino abbekommen. Daher von hier aus einen herzlichen Gruß.
Wednesday, 2011 August 3
Der Motor ist da und eingebaut. Aber ein Teil fehlt noch, kommt morgen. Dann könnte ich lossegeln. Aber das Wetter ist schlecht geworden. Ich sitze auf der Hafenmole im Wind, dafür aber nur 5 Meter von der Antenne weg. Ich sah eine junge Frau da mit ihrem Laptop und die wusste, wo die Antenne steht. Deshalb habe ich wieder Empfang. In der HAXL geht es nicht, weil jetzt so viele Segler im Hafen liegen, die mit ihren Masten alle Energie absorbieren. Die anderen haben auch keinen Empfang. In den ersten Tagen hier war der Hafen nicht so voll und ich hatte zwischen mir und der Antenne nur ein paar Motorboote ohne Masten. Jetzt liegen die Schiffe alle in Vierer- oder Fünferpäckchen. Ich habe wieder solche Trampeltiere neben mir, die die Tassen vom Tisch rutschen lassen, wenn sie über dein Schiff an Land gehen oder zurück. So, Jetzt regnet es auch noch. Laut Forecast soll es heute Nacht heftig werden. Servus, bis bald wieder.
Tuesday, 2011 August 2
In Padstow, wo denn sonst.
Zu meinem letzten Eintrag muss ich noch zwei Dinge sagen. Erstens, wer Nick ist. Es ist der Mechaniker von der Fowey-Marina, der meinen Motor mit dorthin in die Werkstatt genommen hat, weil er am Schiff nicht zu reparieren war. Zwotens: Ich sage normalerweise nie Sch...Computer, höchstens, wenn's nicht anders geht. Sonst würde ich höchstens Drecks-Stink-Fuck-Computer oder so ähnlich sagen. Ich muss aber Bill Gates Abbitte leisten - Zwischenspeichern - seine unvermittelten Downloads verbunden mit dem Löschen alles bis dahin Eingetipp - Zwischenspeichern - ten sind unverzichtbar. Neulich zum Beispiel wurde die Bank von Feuerland überfallen. Zwar gingen nur ein paar argentinische Escudos mit, weil nicht mehr im Tresor war, aber es wurden die Kontonummern 1 bis 7 aller Feuerländer geklaut. Um solches künftig zu erschweren, hat die Banco Federale de Argentincha die Kontonummern jetzt auf dreistellig geändert, 100, 200 usw. und das musste auf allen Computern der Welt neu daungelodet werden, hat mir Bill Gates gesagt.
Was gibt's sonst?
Mir geht's gut. Es ist interessant, länger in einem Hafen zu sein, da bekommt man ein ganz anderes Bild. Zeimal hatten wir schon Besuch von der Royal Navy und es wurden die feinen Leute von Padstow aufs Schiff eingeladen. (Ich ließ mich diesmal entschuldigen.) Man merkt, dass die Saison ihrer Höhe entgegen geht. Immer mehr Schiffe liegen im Hafen. Wir waren zeitweise zu Fünft im Päckchen. Heute ist wieder mal Springtide (nicht meine erste hier). Sie ist diesmal besonders hoch, so dass das Gate zum Innenhafen, das normalerweise während vier Stunden um die Hochwasserzeit (2 vorher bis 2 nachher) geöffnet ist, zwischendurch wieder geschlossen werden musste, damit die Schiffe im Innenhafen nicht über Fenderhöhe ansteigen und dann beschädigt würden. Anschaulich: Gewöhnlich muss man die Leiter hoch steigen, da aber musste man vom Schbiff hinunter springen.
Für die Nichtsegler unter meinen Freunden, weil ich manchmal gefragt werde, was man als Segler alles können müsse: Beispielsmassig muss man können: Einarmig eine senkrechte Leiter hoch- oder runtersteigen, weil man mit dem anderen Arm, besser dessen Hand, einen Eimer voll Geschirr (gebraucht beim Hoch-, gereinigt beim Runtersteigen) halten muss und auch noch die neueste Zeitung untergeklemmt hat, die man nicht unter den anderen Arm zwicken konnte, weil da schon ein Baguette ist.
Peter muss ich noch erwähnen. Peter Green aus Yorkshire, der drei Tage bei mir im Päcken lag. Alter? Etwas jünger halt. Bevor er Segler wurde, war er Bergsteiger. Grande Jorasse Walker-Pfeiler, Dru-West, Badile Ost, Eiger-Nord stehen in seinem Tourenbuch. Nach einem überlebten 25-Meter-Sturz beim Abseilen und langem Krankenhausaufenthalt - als sparsamer Yorkshirer hatte er eine schon am Berg hängende fremde Seilschlinge benutzt, die dann ein bisschen brach - hatte er zu segeln beschlossen. Tagsüber war er meistens "Painting", sein eigentlicher Beruf. Ein paar Blicke in sein wunderbares Skizzenbuch konnte ich erhaschen. Wenn er über die HAXL an Land stieg, weil ich am längsten da bin, ist HAXL immer das innerste Boot, war das nicht so, wie bei allen anderen, die über's Deck trampeln und das Schiff zu gewaltigem Schlingern bringen. Er wusste, wie man sich bewegen muss, dass sich keine Schwingung aufschaukelt. Jeden Abend saßen wir bei Kaffee oder einem Glas Rotwein auf seiner MOLLI GREEN oder der HAXL beisammen und verbesserten die Welt. Und wenn sie nicht definitiv besser gbeworden ist, dann nur, weil er heute weiter gesegelt ist, Richtung Norden. Sein Schiff ist nicht größer als HAXL und der Motor nicht stärker - wenn man davon absieht, dass die HAXL gar keinen hat - da wird er heute ganz schön kämpfen müssen, der Wind hat nämlich von West auf Nord gedreht. Dabei hatte es nach drei (oder wieviel?) Regentagen am Morgen recht gut hergeschaut und ich konnte von ihm ein englisches Saying lernen: Red sky at night, shepherd's delight, red sky at morning, shepherd's warning.
Jetzt hoffe ich nur, dass morgen der Motor endlich wieder eingebaut werden kann und dass ich noch vor dem Wochenende um Landsend herum komme. Denn ab Sonntag sind 8 Beaufort angesagt und das ist mehr als "Shepherd's Warning".
Hallo Hanni, es tut mir leid, dass wir uns in Le Havre nicht treffen können. Ich bin, bis Ihr von dort wieder zurückfahren werdet, noch nicht einmal so weit, um über den Channel (oder La Manche, wie wir Franzosen sagen) hinüber winken zu können. Hoffentlich habt Ihr gutes Wetter für Euren Kurzurlaub. Bis bald in H.
Monday, 2011 August 1
Sunday, 2011 July 31
Saturday, 2011 July 30
Motor läuft wieder, aber noch nicht in der HAXL sondern in der Werksatt in Fowey. Es braucht noch einen neuen Auspuff, neue Deadline Mittwoch.
Ich hab hier ausführlich die Sachlage geschildert, auch wie "sad" der Mechaniker, Nick, ein Lifeboatman, ist, more sad than me, dass alles so lang dauert, dann meldete sich, wie schon oft, der Computer, er müsse irgendwelche ScheißScheißDownloads machen und löschte alles. Auch, dass mich gestern Abend, nachdem ich Nick angerufen hatte, warum er nicht, wie erwartet mit dem Motor gekommen sei und er mir die neue Verzögerung mit dem Auspuff mitteilte, dass ich da wohl ein bisschen niedergeschlagen erschien - Zwischenspeichern - und beschlossen hatte, jetzt endgültig mit dem Saufen zu beginnen, was ich bisher immer noch für noch schlechtere Zeiten hinausgeschoben hatte - Zwischenspeichern - mir dann aber, wie ich so im Schiff saß und meinen Verstand noch nicht versoffen hatte - damit wollte ich ja erst beginnen - dämmerte, dass das den Motor auch nicht schneller zurückbrächte - Zwischen... - dass da dann plötzlich mein neues englisches Handy klingelte mit Kathrin am anderen Ende, Partnerin von Nick, mir mitzuteilen, wie viel sadder Nick sei und ob sie mich am nächsten Tag, also heute - Gell, jetzt wollt ihr's wissen aber zuerst Zwischenspeichern - um mich zu trösten, zu einem Ausflug irgend wohin in Cornwall, wohin ich gern wollte, abholen möchte. Vorschlag "Eden-Projekt" (schaut im Internet nach). Da waren wir also heute und es war ein schöner Tag. Sagte ich nicht schon, wie umwerfend nett die Leute sind? Macht ein solches Erlebnis - Zwischenspeichern - nicht allen Trouble wett? Alle Schlechtwettertage, Gegenwinde, Motorausfälle - alles habe ich noch nicht erzählt, damit Ihr euch nicht zu viele Sorgen macht. Es ist eine wunderbare Reise, a travel in a wounderland.
Was gibt's sonst noch? Wir liegen jetzt zu fünft im Päcken, HAXL nicht mehr ganz innen. Da wurde ein dickes Arbeitsboot vom Hafen hjineingeschoben. Das ist gut, bin nicht mehr so nah an den FishAndChipsEssern dran.
Muss jetzt aufhören - Zwischenspeichern - Immer mehr Leute kommen hier herein zum Abendessen. Bussibussi, Euer Otto
Thursday, 2011 July 28
Wichtigste Mitteilung zuvor, für das Sommerfest am Klenze heute Abend: Ich bin immer noch in Padstow und warte auf den Motor. Ich glaube nicht, dass ich es bis heute Abend zu Ihnen / Euch schaffe. Ich wünsche ein schönes Fest, wäre soooo gerne dabei, und wunderbare Ferien. Bis bald.
Gestern bin ich mit Bus, Bahn und nochmal Bus (Fahrzeit einfach 2 1/2 Stdn) in das Luftlinie 32 km entfernte Fowey an der cornischen Südküste gefahren, Krankenbesuch bei meinem Motor machen. Der lag zerlegt auf einer Werkbank. Das englische "knocked in parts" für "zerlegt" passt besser. Inzwischen sind alle Ersatzteile da, bis auf die Kurbelwelle. Alles, nur weil ich ein bisschen vergessen hatte, nach dem Öl zu schauen. Richtiger, ich hatte es nicht vergessen, nur immer hinausgeschoben. Zugegeben, bei der Enge im Motorraum ist der Ölstand-Check heikel, es kann Minuten dauern, bis man den Mess-Stab hineinbringt. Aber es steht in der Betriebsanleitung, man solle den Ölstand vor jedem Start prüfen. Was? Vor jedem Start? Will ich jetzt segeln oder Ölstand prüfen. Hab das noch nie gemacht. Ölwechsel im Herbst beim Einwintern, ja, jedes Jahr. Das hat 30 Jahre lang gereicht. Allerdings bin ich da nicht so viel mit Motor gefahren wie bei diesem Törn und man kann sagen, was man will, es war schön blöd, grottenblöd, Grotten-Blondinen-blöd.
Kennse den? - Nee. - Blondine macht bei ihrem VW-Käfer hinten den Kofferraum auf und sagt, 'Huch, da ist ja noch ein Reservemotor'. Kennse den? - Nee, erzählnse mal.
Fowey ist ein Bilderbuch-Hafen. Daphne du Maurier hat ganz in der Nähe ihre Kindheit verbracht und zuletzt in Fowey selbst direkt am Hafen gewohnt. Die Gegend spiegelt sich in manchen ihrer Erzählungen und Romane. Bin wieder einmal auf literarischen Spuren gewandert, in diesem Fall ein längeres Stück an der zauberhaften cornischen Küste entlang. Barfuß übrigens. Aber nicht als Büßer für meine Öl-Blödheit, sondern weil's schön ist.
Neue Hochrechnung für den Motor: Morgen, Freitag. Wer's glaubt.
In Padstow fällt mir langsam wirklich die Decke auf den Kopf mit dem ekelhaften Touristenrummel. Wenn ich vom Boot die Leiter hochsteige, muss ich erst bitten, dass sie oben die Beine einziehen oder den Hund weg tun oder beides, wenn sie nicht überhaupt schon die Beine über die Leiter herunterhängen hatten und den Hund (nein, den nicht). Die Luft voll Fish-and-Chips-Geruch. Wenn sie die fetten Chips nicht mehr hinunterbringen, schmeißen sie sie hoch für die Möven, die dann mit lautem Gekreisch über der HAXL Luftkämpfe um das Zeug ausführen. Denn (Bio-Lehrerinnen aufgemerkt!) eine Möve fängt keinen Fisch und zieht keine Wattwürmer aus dem Dreck. Sie ernährt sich ausschließlich von dem, was sie einer anderen Möve abjagt. Das ist bei denen wie bei den Menschen: Homo homini lupus est, wie wir Lateiner sagen. Die Möven brauchen keinen Lupus, die machen das selbst. Möve Möve Möve est, sozusagen, weil bei der Möve Dativ und Nominativ gleich lauten.
Aber noch ein nettes Erlebnis von hier: Hatte gerade wieder eine Hand voll Chips und was sonst noch von den Luftkämpfen herunterfällt von Deck entfernt. Ein gschroater Gaukler über mir plärrt wie jeden Abend immer den gleichen Blödsinn herum und sein Publikum kriegt sich nicht mehr vor lauter Lustigkeit. Eine Ecke weiter immer die gleiche langweilige Guitarresängerin. Ich war richtig sauer, brauchte Luft, Luft. Ging meine übliche Abendrunde, vorbei am Eisstand. Der junge Verkäufer weiß schon, Rum-Rosinen für one pint eighty und ob der Motor schon da ist. Wenn nicht gerade Hochwasser plus minus 2 Stunden ist, kann man den Inner Hartbour wirklich umrunden, weil es einen Steg über das Gate gibt. Zurück zum Schiff bemerkte ich eine junge Dame (Oberstufenalter) eingehend mit einer professionell aussehenden Kamera hantierend, in deren Visier eigentlich nichts anderes sein konnte, als der Mast der HAXL, genauer die Flaggen unter der Saling. Wenn man oben auf der Pier steht, sind die Flaggen, zwei Club-Burgees unter der Backbord- und der britische Gastlands-Ensign unter der Steuerbord-Saling gerade in Augenhöhe. Ich hatte das Motiv auch schon mal fotografiert und wusste, dass man da Geduld und mehrere Versuche braucht, bis alle drei Flaggen auswehen und gut ins Bild kommen. Daher konnte ich das Handeln der jungen Fotografin richtig deuten und es war genau das ihr Motiv. Erübrigt sich zu sagen, dass sich der zu den Flaggen gehörige Skipper geschmeichelt fühlte. Als der hielt ich mich erst etwas auf Distanz, wollte nicht stören, outete mich dann aber doch und es ergab sich ein nettes Gespräch. Ob sie aus Padstow sei? Nein, aber ihre Grandma lebe hier. Zuletzt kam auch noch die Mama der jungen Dame dazu und natürlich ging es auch um meinen Törn und um den Motor und um mein "vorzügliches Englisch". Nach dem Frust zuvor war das dann doch noch ein schöner Abschluss für den Tag. Aber die Geschichte ist noch nicht zu Ende.
Am nächsten Morgen wurde der Hafen beflaggt. Die RNLI (Royal National Lifeboat Institution) feierte und baute Informations- und Verkaufsstände auf. Der Dienst auf den Lifeboats ist ehrenamtlich, die Mitarbeiter erhalten keinen Lohn. Die über die gesamte britische und irische Küste dicht verteilten Stationen mit ihrer hervorragenden Materialausstattung finanzieren sich ausschließlich vom Staat, Spenden, Souvenier-Verkauf und Mitgliedsbeiträgen. Für den Hilfesuchenden, gleich ob Mitglied oder nicht, sind die Einsätze kostenlos. Schon bei Beginn meines Törns in Dover wollte ich eine Mitgliedschaft beantragen. Das scheiterte dann aber an bürokratischen Problemen und der Hilflosigkeit der dortigen ehrenamtlichen Damen, die mehr Wert darauf legten, mir zu versichern, dass ich auch ohne Mitglied zu sein gerettet würde, denn meine Mitgliedschaft auf die Reihe zu bringen. Jetzt, bei der Aktion hier in Padstow und nachdem ich inzwischen gehörig Grund zu haben glaube, würde ich zuschlagen, ging also zu einem der Stände, eine ältere Dame war da, ich sei ein sailor und wolle gern Mitglied werden.
"Are you the skipper of haxl? My granddaughter told me about you."
Sie fragte nicht, ob ich der von dem German Vessel sei, sondern von der HAXL und sie sprach es auch noch richtig aus, mit "A" nicht mit "AE". Es war die Grandma der jungen Fotografin. Aber hallo, es laufen jeden Tag ein paar tausend Touristen hier rum. Wie kommt sie auf die Idee, ich müsse der von der HAXL sein? Ob's vielleicht doch an meinem "vorzüglichen Englisch" liegt, an dem jeder gleich den German erkennt, denn allzu viele deutsche Yachten gibt's hier nicht. Außere dem Katamaran vor zwei Wochen, der gerade eine Nacht hier lag, bin ich der einzige. Die Dame reichte mich an einen Herrn von offiziellem RNLI-Aussehen weiter. Wie es mit dem Motor stehe, fragte der gleich, ohne dass ich ihm extra hatte vorgestellt werden müssen. Scheine irgendwie Stadtgespräch zu sein.
Saturday, 2011 July 23
Still no Motor. Man musste Ersatzteile in Germany bestellen, die nächste Woche erwartet werden. Ursache, ich war nachlässig mit Öl nachfüllen. Das stinkt einem, wenn man so blöd ist. Jetzt bräuchte ich meinen Tassilo, der dann immer sagt, mein Papa ist nicht blöd.
Von dem Kotzbrocken aus der irischen Schuladministration zu erzählen, wie versprochen, dazu bin ich jetzt nicht in Stimmung. Ich brauche etwas Aufbauendes und wende mich daher an einen anderen schuladministrativen Würdenträger, Dr. Friedrich John: Hallo, lieber Fritz. Nochmals danke für Deinen Gästebuch-Eintrag, ich muss zu meiner Antwort etwas nachtragen: Erstens, mit meiner Frage, wann genau das Schlussfest des Personalrats sei, war ich genau so blöd (Mein Papa ist nicht blöd) wie beim Öl-Nachfüllen. Natürlich weiß ich den Termin, hätt' nur ein bisschen nachdenken oder Deinen Eintrag sorgfältiger lesen müssen. Es ist am Donnerstag, 28. Juli, eine Stunde früher, als es hier wäre. Ich werde ganz fest bei Euch sein, ob gerade in einem Hafen, einer Bucht oder auf See. Zweitens: Der in meiner Antwort zitierte "Liedersack" aus dem Delius Klasing Verlag gehört unbedingt in die Schulbibliothek und soll im Musikunterricht angemessen eingesetzt werden (soll heißt muss, beurteilungsrelevant). Dort steht auch La Paloma (die La Paloma, heißt das im Chiemgau). Im Text geht es um das Versprechen, das einem scheidenden Seemann von seiner Liebsten am weißen Strande zum Pfande abgerungen wird: "Liebste, fall ich zum Raube dem wilden Meer, fliegt eine weiße Taube zu dir hierher. Laß sie als Philomele zum Fenster ein. Mit ihr wird meine Seele dann bei dir sein. Auf Matrosen ohe! In die wogende See Ban - ge Gedanken verfliegen geschwind im brausenden Wind wie Schnee." Geschneit hat es auf meiner Tour noch nicht. Philomele, da brauche ich Wikipedia. Trage es nach, wenn ich was finde.
Hab gefunden: Philomele, Tochter des Erechtheus, Schwester der Prokne und Schwägerin von Tereus. Reicht das? Wurde zur Strafe in eine Schwalbe verwandelt, später in eine Nachtigall und kam so zu Romeo und Julia. Das letzte steht nicht bei Wikipedia, auch nicht, dass sie schlussendlich eine weitere Metamorphose zu einer paloma durchgemacht hat. Noch was, Goethe hat für sie das Heideröslein geschrieben.
Lieber Fritz, jetzt geht's mir wieder besser. Grüße mir die ganze Runde. Ich wünsche Euch wohlverdiente schönste Ferien, Euch allen, den drei hohen Damen an der Spitze, gleich unter dem Hausmeisterehepaar und den netten Mädels im Sekretariat bis hinunter zum letzten Referendar; sind ja irgendwie auch Menschen, für sie und ihren Weiterweg in einem verdammt schönen Beruf (Gaga, Portalpannen und Disziplinarausschüsse geschenkt) meine besonderen Wünsche.
Dein und Euer Otto, der hofft, nicht als Philomele durchs Fenster einfliegen zu müssen.
Donnerstag, 21. 7. 2011
"Warten auf Motor", frei nach S. Beckett. Das hab' ich jetzt von meinem Irish-Literary-Trip nach Dalkey. Wenigstens hat es aufgehört zu regnen. In der Nacht sah man sogar Mond und Sterne und auch jetzt, am Vormittag, ist der Himmel nur halb bedeckt. Das Wetter ist ein tägliches Thema in der Times, so wie die Euro-Katastrophe und z. Zt. ein Hacking- und Bestechungsskandal unter Politik-Polizei- und Presse-Größen, so Metropolitan-Police-Chef Sir Paul Stevenson und Pressemagnat Robert Murdock. Die Times selbst gehört zum Murdock-Imperium und wie freimütig sie das heikle Thema um ihren Chef abhandelt, ist - so sehe ich es - ein Musterbeispiel britischen Demokratieverständnisses. Über allem aber steht das Wetter, täglich mit einer ganzen Seite und dabei immer eine Glosse von Paul Simon, bisweilen noch ein extra Artikel, so wie heute wieder in der Beilage Times 2 von Carol Midgley. Ich zitiere aus der heutigen Paul-Simon-Spalte: (1) weather feels more like autumn (2) Scotland has suffered three times its usual July rains (3) tremendous deluge at the Scottish Open golf tournament in Inverness on July 9. (Kommentar Otto: Commiserations, Golfers. Aber euch gehts wie uns Seglern. Solange sie uns keine Hallen bauen, ist das ein Scheißsport. Notabene war das genau das Sauwetter, das mich in Dublin festhielt). Aber (4), was sind schon die 49 mm in England in dieser ersten Julihälfte, sie sind 'some way off the wettest July in 1828, with 183 mm'. Und (Otto) hochgerechnet auf ein Jahr sind sie nicht einmal die Hälfte des Niederschlags auf der Rappenseehütte in den Allgäuer Alpen und gerade das 40-fache von Würzburg. Soweit Paul Simons.
Jetzt noch ein Blick auf Carol Midgley's heutigen Artikel: (1) Das Wort 'commiserations' hab' ich daraus, es gehörte bisher nicht zu dem mir geläufigen Wortschatz. Aber die Dame hat eine Lösung für Urlauber in diesen Tagen: (2) ... the key to surviving a British holiday is to lower your expectations to somewhere below ankle level. Und zuletzt noch (3) If there's enough blue sky to make a sailor a pair of trousers the say it's going to be a nice day.
Man kann doch nicht anders, als sie zu mögen, die Briten. Das sage ich ohne Spott. Ein anderes Beispiel von gestern. Warten auf die Fähre von Rock zurück nach Padstow am Strand bei leichtem Nieselregen. Wie wir es aus unseren Schulbüchern gelernt haben, standen sie alle einer hinter dem anderen queue up. Die Fähre hat vorn eine Klappe. Sie läuft einfach am Strand auf und lässt die Klappe herunter. Als sie kam, ließ man alle aussteigen, Abstand haltend. Dann erst bewegte sich der erste aus unserer Schlange und zügig stieg einer nach dem anderen ein, alle, bis genau auf mich und die hinter mir stehenden. Der Bootsmann an der Klappe lächelte freundlich, "the next fery". "Ok, your welcome". Was wäre da bei uns in Europa für ein Gerankel und Geschiebe und Gehacke gewesen. Man denke nur an die Skilifte. Da werd' ich dann schon mal handgreiflich. A Propos handgreiflich. Wendy Deng Murdock (42, aus China stammend, hochgebildet und bildhübsch), Robert Murdock's wife, 38 years his juniour, ist die Heldin des Tages in Presse und Twitter. Als (vorgestern) bei der Anhörung ihres Gatten vor einem Parlamentsausschuss ein Attentäter auftauchte und einen Teller voll Rasierschaum über den verhassten Billionaire schüttete, warf sich Wendy Deng vor laufenden Kameras dazwischen und verpasste dem Kerl eine kräftige Ohrfeige. Kann nur noch einmal sagen, ich mag sie die Engländer, auch die aus China.
Mittwoch, 20. 7. 2011
Heute wäre das erste Mal günstiger Wind (NNE, sonst immer WSW) für die Fahrt aus dem Bristol-Channel. Aber wir haben ja keinen Motor, kämen nicht einmal aus dem Fluss heraus. Ich rief mit meinem neuen englischen Handy in der Werkstatt in Fowey an. Der Monteur nennt morgen oder Freitag als Termin. Also Freitag. Dann muss ich wenigstens heute nicht mehr beim Schiff bleiben und kann etwas unternehmen: Mit der Fähre nach Rock am Ostufer des Camel hinüber. Einkaufen im Lifeboatshop.Wanderung über die Dünen. Bei der Rückfahrt setzt uns die Fähre am Strand ab, weil sie wegen Niedrigwasser nicht zum Hafen kommt. Denn ganzen Morgen hat es geregnet, ab der Rückfahrt mit der Fähre auch wieder. Für die Wanderung erwischte ich eine Regenpause.
Und was gibt's heute zu Essen? Für die Schwammerlsoße zu den Speckknödeln am Sonntag hatte ich extra Mehl kaufen müssen und nur einen Esslöffel davon gebraucht. Milch ist auch da, Eier sowieso immer, ich könnte Pfannkuchen machen. Aber meine Bootspfanne erwies sich als unbrauchbar, der erste Pfannkuchen wurde ein Kaiserschmarren. Gleich um die Ecke gibt's Haushaltswaren. Die hatten eine spezielle Pan-cake-pan, teflonbeschichtet mit ganz niedrigem Rand um 10.99 Pfd. Haben sie jetzt nicht mehr. Die Pfannkuchen gelangen damit einwandfrei.
Sorry, würde auch lieber von Seemeilen und gerundeten Landesenden reden als von Pfannkuchen. Der Tri-Segler (Mathew) neben mir ist gestern zu seiner letzten Rund-Britain-Etappe Richtung Holyhead aufgebrochen und hat mich gefragt, ob er mir schreiben soll, wenn er dort ist, ich hätte jetzt ja eine feste Adresse, Padstow, Inner Harbour.
Dienstag, 19. 7. 2011
Regen den ganzen Tag und Warten auf den Motor oder eine Nachricht darüber.
Montag,18 .7. 2011
Auch der neue Monteur von der Fowey-Marina mit 2. Mann bringt den Motor nicht zum Laufen. Es ist Wasser im Auspuff. Aber auch nach Abtrennen des Auspuffs und mit Heißluftgebläse startet die Maschine nicht. Es stehen zwei Möglichkeiten zur Entscheidung an: a) Törn beenden, Trailergespann über den Kanal holen und HAXL hier aus dem Wasser nehmen, b) Motor ausbauen und nach Fowey in die Werkstatt bringen. Wenn er auch dort nicht zum Laufen kommt, dann a).
Entscheide mich für b), damit besteht wenigstens noch eine Chance, auf eigenem Kiel, nicht dem einer Kanalfähre nach Europa zurückzukommen.
Dass es den ganzen Tag weiter regnet, spielt schon keine Rolle mehr. Die Touristen tun mir leid, die gerade mal einen Tag in das zauberhafte Padstow kommen und dann mit Schirm und Kapuze rumlaufen müssen. Ich habe, alles zusammengenommen, wenigstens eine gute Woche schönes Wetter in den bisher 63 Tagen gehabt.
Kapuze heißt englisch hood. Eine Sprayhood über die halbe Plicht, wie sie mehr und mehr Yachten haben, ist eine Kapuze gegen spritzendes Wasser und kostet schon bei einer Schiffsgröße wie der von HAXL einige tausend Euro. Ich habe mir für diesen Törn eine Minihood nur über dem Niedergangsluk selbst gebaut und genäht. Niedergang = companionway, Luke = hatch, also eine companionway-hatchhood oder kurz eine hatchhood. Sie kostete mich nur das Rohrgestänge, die Beschläge und etwas Markisenstoff, das teuerste war das Biegen der Rohre. Alles in allem keine 150 Euro, aber von unschätzbarem Wert, wenn es im Hafen regnet. Beim Segeln habe ich sie immer heruntergeklappt, vor allem wegen des Windwiderstands, aber auch weil sie die Sicht stört, z. B. auf die netten kleinen Lobsterpots. Hier in Padstow gibt es ein Lokal mit Namen The Lobsterpot. Würd ich nie hineingehen.
Heute das 5. Mal Wäsche. Hab 16 Garnituren dabei, da ist 5 mal in 63 Tagen schon brav, oder?
Bild 1: 23. Juni im Sea-Lock von Bowling bei Glasgow vor der Ausfahrt in den Clyde-River
Bild 2: Irgendwo in der Irischen See
Bild 3: In der Howth-Marina Dubl
Aber, Riesenerfolg. Hab' es in zwei Tagen bei verzweifeltem, männermordendem Einsatz geschafft, fünf (in Worten 5) Bilder nach haxlahoi.de / Galerie zu bringen. Hab' sie auch beschriftet, aber das wird - weiß nicht warum - nicht angezeigt. Tassilo wird es richten. Vorläufig hier die fehlenden Texte:
Noch Padstrow, muss ja auf den neuen Monteur morgen warten. Gestern und heute Barometer 22 hp gefallen. Gestern Nacht 30 Liter / Quadratmeter von oben. Immer noch regnerisch mit mehr oder weniger starkem WSW-Wind. Gleich wie stark, WSW heißt genau Gegenwind. Damit wären die 47 sm bis Landsend sowieso nicht zu machen.
Sonntag, 17. 7. 20011
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